Notizen zu Viktor Frankl

Die Statue des "Homo Patiens" in Viktor Frankls Arbeitszimmer

Homo patiens ©Photo H.Mori

Kurz nach dem Krieg sah Viktor Frankl diese Statue in einem antiquarischen Geschäft. Er sparte viele Monate um sich die Statue, welche für ihn, der gerade 4 Konzentrationslager überlebt hatte, den leidenden Menschen, den "Homo patiens" darstellte, der hilfesuchend seine Hände in den Himmel ringt. Diese Figur war für Frankl gewissermaßen der erste Anblick am Morgen und der letzte vor dem Schlafe.

Viktor Frankl Geburtstagswünsche an meine Großmutter 1988

© Harald Mori

Viktor Frankl schrieb meiner Großmutter eine Widmung mit Zeichnung anläßlich ihres 80. Geburtstags. Im Buch: "Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn" 

Handschrift von Viktor Frankl

©Photo H.Mori © Text VFI

Handschriftliche Textstelle von Viktor Frankl - photographiert von H.Mori in der Begleitausstellung zur Tagung des VFI (70 Jahre Befreiung Viktor Frankls aus dem Konzentrationslager Dachau-Türkheim) im März 2015, KZ Gedenkstätte Dachau.

Grabstelle Viktor Frankls am jüdischen Teil des Zentralfriedhofs Wien

Grab von Viktor E. Frankl, Wien. ©Photo H.Mori

Die Grabesstelle von Viktor Frankl befindet sich im alten jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs. Es ist die Grabstätte seiner Großmutter, Regina Lion (Mutter seiner Mutter) und des Bruders von Regina Lion, Erwin Lion. In Memoriam sind die Namen der Familienmitglieder Viktor Frankls am Grabstein eingemeißelt, welche in den verschiedenen Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ermordet wurden, bzw. ums Leben kamen. Die Mutter, Elsa Lion, verh. Frankl, der Vater, Gabriel Frankl, der Bruder Viktor Frankls, Walter und dessen Frau, Else. Für seine erste Frau Tilly - Mathilde Grosser - und deren Mutter, Emmy Grosser, ließ Frankl im neuen jüdischen Teil des Zentralfriedhofs am Grabe der Familie Grosser einen Grabstein errichten. Im Stadttempel der Israelitischen Kultusgemeinde in der Wiener Seitenstättengasse hatte Frankl eine Gedenktafel an seine ermordeten Familienmitglieder anbringen lassen.

Das Grab ist erreichbar beim Tor 11 des Wiener Zentralfriedhofs in der Mylius Bluntschli Strasse in Simmering. Beim Eingang am ehemaligen Wärterhäuschen 20 Schritte nach links, dann 10 Schritte rechterhand.

Auf jüdischen Gräber ist es nicht üblich Kerzen oder Blumen zu hinterlassen, sondern ein kleines Steinchen im Gedenken zu hinterlegen.

Der Brenner - Erste Veröffentlichung von "Synchronisation in Birkenwald"

Der Brenner
Synchronisation in Birkenwald 1948

Im Jahre 1948 erschien das von Viktor Frankl in 9 Stunden geschriebene, bzw. diktierte Theaterstück "Synchronisation in Birkenwald" - Eine metaphysische Conference in der von Ludwig von Ficker in Innsbruck herausgegebenen Zeitschrift "Der Brenner". Frankl verwendete damals das Pseudonym "Gabriel Lion". Gabriel ist der Vorname seines Vaters und Lion der Mädchenname seiner Mutter. Das Stück ist in Österreich und weltweit an einigen Theatern bereits aufgeführt worden. In Buenos Aires wurde 2009 ein sensibel berührendes Musical geschaffen und dort in Anwesenheit von Harald Mori uraufgeführt. 2011 Uraufführung in Lima, Peru. (Info unter "Español")

Ein Psycholog erlebt das KZ ...trotzdem Ja zum Leben sagen

Viktor E. Frankl 1946 - Ein Psycholog erlebt das KZ , später: ...trotzdem Ja zum Leben sagen

Viktor Frankl wurde am 27. April 1945  von amerikanischen Truppen (aus Texas) aus dem Konzentrationslager Türkhkeim (Nebenlager von Dachau) befreit. Erst am 15. August 1945 konnte er auf einem offenen Lastwagen seine Heimreise nach Wien antreten, wo niemand von seiner Familie mehr auf ihn wartete. Wochen später diktierte Frankl in 9 Tagen das Buch, welches seine KZ Erfahrungen enthält. Die erste Auflage erschien ohne Angabe seines Namens auf dem Buchdeckel (es war erst das 2. Buch dem die Allierten nach dem Kriege eine Druckerlaubnis in Österreich erteilten). Frankl wollte, daß der Bericht für alle bekannten und vor allem für die namenlosen Opfer des Holocausts Zeugnis ablegen sollte. Erst die 2. Auflage führte seinen Namen am Buchdeckel. In einer späteren Auflage von DTV wurde am Cover auch seine persönliche Häftlingsnummer 119104 und der gelbe Judenstern gezeigt. Für folgende Auflagen wollte Frankl diese Darstellung verändert wissen und setzte sich für andere Coverabbildungen ein. Das Buch "...trotzdem Ja zum Leben sagen" ist vor allem für jene bestimmt, die leidende Menschen in innerer oder äußerer Not sind. In seiner berühmten Rathausrede von Wien, im März 1988, wies Frankl mit aller Deutlichkeit darauf hin, daß er jede Nation für "holocaustfähig" hält. Die Geschichte sollte ihm recht geben.

Wien II., Czerningasse 6, Tür 25 - Geburtsort von Viktor Frankl

Czerningasse 6, Wien II., Viktor Frankl
Czerningasse 7, Wien II., Alfred Adler

Viktor Frankl wurde am Sonntag dem 26. März 1905 in der Wohnung seiner Eltern in Wien, Leopoldstadt, Czerningasse 6, Tür 25 geboren. Er lebte in dieser Wohnung bis zum Beginn seiner Tätigkeit als Arzt (1930) und in den Jahren 1938 (Beginn der Naziherrschaft) bis zu seiner Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt (Terezin) im Herbst 1942. Während seiner Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie wohnte Frankl, wie es damals üblich war, in kleinen Ärztewohnungen der jeweiligen Klinik, von 1933 - 1937 am Psychiatrischen Krankenhaus Steinhof im Westen von Wien. Nach den Jahren in den Konzentrationslagern 1942 - 1945 lebte Frankl bis zu seinem Tode in Mariannengasse 1, in Wien Alsergrund. (Unterbrochen von Aufenthalten im Rahmen seiner weltweiten Professuren und regen Vortragstätigkeit).

Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie, lebte bis 1911 im Haus Czerningasse 7, Wien II., welches gegenüber der Frankl-Wohnung liegt.

Rabbi Löw

Grabmal des Rabbi Löw in Prag ©Photo H.Mori

Elsa Lion, die Mutter von Viktor Frankl, stammte über 11 Generationen vom "Maharal" ab, dem berühmten "Hohen Rabbi Löw" von Prag. Dieser wurde zwischen 1512 und 1525 geboren und starb am 17. September 1609 in Prag. Rabbi Löw schuf der Legende nach die Gestalt des Golem.

Viktor Frankl hatte diese Zeichnung auf seinem Schreibtisch stehen.

Totenschein Gabriel Frankl 1943

Viktor Frankls Vater starb im Konzentrationslager Theresienstadt am 13. Februar 1943 an Lugenentzündung mit Lungenödem infolge Hungers und Erschöpfung.

In seinen Lebenserinnerungen von 1995 "Was nicht in meinen Büchern steht" schrieb Viktor Frankl über den Tod seines Vaters:

"Mein Vater stammte aus Südmähren, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Als mittelloser Sohn eines Buchbindermeisters hungerte er sich bis zum Absolutorium durch das Studium der Medizin, mußte dann aber aus finanziellen Gründen aufgeben und in den Staatsdienst eintreten, wo er es im Ministerium für soziale Verwaltung bis zum Direktor brachte. Bevor er im Lager Theresienstadt Hungers starb, wurde der Herr Direktor einmal dabei angetroffen, wie er aus einer leeren Tonne den Rest von Kartoffelschalen herauskratzte. [...] Unter den Dingen, die ich bis ins Lager Theresienstadt schmuggeln konnte, befand sich auch eine Ampulle Morphium. Die spritzte ich meinem Vater, als ich als Arzt sehen mußte, daß ihm das terminale Lungenödem, also das Ringen um Luft unmittelbar vor Eintritt des Todes, bevorstand. Er war damals bereits 81 Jahre alt und halb verhungert. Trotzdem bedurfte es zweier Pneumonien, bis das Leben aus ihm wich.

Viktor Frankl, "Was nicht in meinen Büchern steht", Lebenserinnerungen, Quintessenz München, 1995

Quelle: Photo

 

Viktor und Elly Frankl - Biographie

Elly und Viktor Frankl am 18. Juli 1947

Die Geschichte zweier außergewöhnlicher Menschen.

In diesem Buch steht die Geschichte zweier außergewöhnlicher Menschen im Vordergrund: Die autorisierte Biographie beschreibt die Lebenswege von Viktor E. Frankl (1905 - 1997) und seiner zweiten Frau Eleonore - "Elly" - ehe sie einander kennen lernten, sowie die folgenden 52 Jahre einer intensiven gemeinsamen Zeit. Das Buch basiert auf zahlreichen Gesprächen, die Haddon Klingberg (Psychologieprofessor aus Chicago) über viele Jahre hinweg mit den Frankls, deren FreundInnen und KollegInnen führte. Darüber hinaus werden die Grundzüge der Logotherapie und Existenzanalyse skizziert.

Copyright © 2017 Mori Harald - Psychotherapeut - Logotherapie und Existenzanalyse · Tel: +43 1 486 36 00 · haraldmori@aon.at
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